Leidenschaft für Handball führten zum Erfolg
Wir lassen mal die letzten zwei Wochen bei der mC1 Revue passieren.
Zunächst ging es am 16.03.25 nach Oberlübbe. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass wir noch drei Punkte aus den verbliebenen drei Saisonspielen brauchten. „Hinterm Berg“ wartete auf uns ein körperlich starker Gegner, bei dem vor allem die beiden Halben sehr durchsetzungsstark sein würden. Das Hinspiel konnte Herford knapp für sich entscheiden. In der Vorbereitung auf das Rückspiel wurde sich vor allem auf das frühe Stören der Rückraumspieler konzentriert. Eine Taktik, die leider relativ schnell nicht aufgehen sollte. Dennoch fand Herford gut ins Spiel und ging über 2:3 (4. Minute), 5:6 (7. Minute) und 8:9 (10. Minute) sogleich in Führung. Zwischenzeitlich konnte der VfL gar eine Vier-Tore-Führung erspielen (11:15 in der 19. Minute), die bis zur Halbzeit auf einen Zwei-Tore-Vorsprung schrumpfte. Es war klar, dass es auch in der zweiten Halbzeit ein körperlich anspruchsvolles Spiel werden würde. Immer wieder ließen sich unsere Jungs nun jedoch weit zurückdrängen und hatten zu wenig Ambitionen im Angriff in die Tiefe zu gehen. In der Abwehr ließen die Kräfte nach, um den durchschlagenen Rückraum der Oberlübber zu stoppen. In der 30. Minute gingen die Gegner dann das erste Mal in Führung (19:18), doch Herford kämpfte sich die Führung zurück und lag in der 47. Minute mit drei Toren in Führung. Was danach passierte, lässt sich rückblickend schwer rekonstruieren. Oberlübbe holte Tor für Tor auf und ging dann eine Minute vor Schluss in Führung (30:29). Noch 30 Sekunden zu spielen, Herford ist im Angriff. Langer Pfiff – wir bekommen tatsächlich einen Siebenmeter, doch das Glück hatte uns verlassen. Der Torwart hält, spielt Tempo raus und Oberlübbe schafft tatsächlich noch ein weiteres Tor. Endstand 31:29 – die zweite Niederlage der Saison. In diesem Moment hingen die Köpfe, aber es gelang der Mannschaft sich untereinander aufzubauen. Noch war nichts verloren.
Und wie heißt es immer so schön: wer weiß, wofür es gut war? Letztlich führte die Niederlage dazu, dass wir in der folgenden Trainingswoche vor allem das trainierten, was uns gegen Oberlübbe nicht gelang: das Spielen in die Tiefe und die Laufbereitschaft ohne Ball.
Denn am Wochenende des 23.03.25 empfingen wir im letzten Heimspiel der Saison Steinhagen. Ein ebenfalls starker Gegner, das Hinspiel gewannen wir in letzter Sekunde mit einem Tor. Zu diesem Zeitpunkt war aufgrund der weiteren Spiele in der Liga klar, dass nun ein Unentschieden für die Meisterschaft reichte. Von Beginn an liefen wir unserem Gegner jedoch erstmal hinterher (1:2 in der 3. Minute, 3:5 in der 9. Minute, 6:8 in der 15. Minute). Die VfL-Stärke liegt jedoch darin, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. In der heimischen Halle war zudem eine grandiose Stimmung. Der Blick auf die Trommler und die grünen Pompoms der Eltern motivierten. Der Ausgleich fiel in der 16. Minute (8: 8). Insbesondere drei aufeinanderfolgende Zeitstrafen für die Steinhagener brachten die erste Wende und so ging VfL mit einer Zwei-Tore-Führung in die Halbzeit. Herford kam gut aus der Halbzeit und konnte nach Wiederanpfiff sogar mit vier Toren in Führung gehen. Doch dann schlichen sich vor allem in der Abwehr Fehler ein, die zu Zwei-Minuten-Strafen führten und die Steinhagen konsequent nutzte. In der 42. Minute wurde so der erste Ausgleich wieder erzielt. Was für ein wechselhaftes Spiel. In der 48.Minute führten die Gegner gar mit zwei Toren (21:23). Eine weitere gegnerische Zeitstrafe wurde von VfL wiederum in einen Ausgleich verwandelt. Insbesondere unserem Rückraum gelang es immer wieder mit Tempo durch die Abwehr zu stoßen. 23:23 in der 50.Minute, Steinhagen hat den Ball, spielt den Rechtsaußen frei, der wirft. Und unser Torwart hält, wobei er sich die Kugel fast noch selbst ins Tor legt. Noch 25 Sekunden zu spielen. Die Ansage war klar: „Ruhig!“ Doch was machen die Jungs?!? Spielen unseren Linksaußen frei und der legt einen wunderbaren Heber über den Torwart. 24:23. Steinhagen versucht einen letzten langen Wurf auf unser Tor. Abpfiff. In diesem Moment stürmen alle Spieler auf das Feld und liegen sich in den Armen. Es war geschafft – die Jungs hatten die Meisterschaft erreicht! Eine unglaubliche Freude und Erleichterung. Und einfach auch verdient. Über die gesamte Saison haben sich die Spieler individuell sehr gut weiterentwickelt und sind fest als Team zusammengewachsen. Sie haben erlebt, dass sie sich nach Niederlagen mit ihren „Fehlern“ auseinandersetzen müssen. Sie haben gelernt in schwierigen Situationen an sich zu glauben und bis zum Abpfiff nicht aufzugeben. Diese Moral führte dazu, dass sie einige Spiele sehr knapp – oft im letzten Moment – für sich entscheiden konnten.
Am letzten Spieltag war das Auswärtsspiel in Detmold für die Jungs wohl das innerlich entspannteste und schönste Spiel, welches sie absolvieren mussten. Mit Spielfreude sollten sie dieser letzten Partie begegnen. Keinesfalls wollte man das Spiel auf die leichte Schulter nehmen, vor allem weil das Hinspiel gegen Detmold unschön verloren wurde.
Mal wieder konnte der VfL auf einen vollen Kader zurückgreifen. Herford ging von Beginn an in Führung (1:3 in der 4. Minute, 2:6 in der 7. Minute, 3:9 in der 10. Minute). Insbesondere das „Abräumen“ klappte wunderbar, zwischenzeitlich lag der Abstand gar bei sieben Toren (7:14 in der 16. Minute). Bis zur Halbzeit konnte Detmold nochmal verkürzen (16:19). Nach Wiederanpfiff ging es für Herford zunächst in Unterzahl weiter, eine Situation, die Detmold für sich nutzte. Der Vorsprung schrumpfte (19:;20 in der 28. Minute). Der Ausgleich konnte jedoch erfolgreich verhindert werden und Herford fand in sein Tempospiel zurück. Näher als zwei Tore ließ man Detmold nicht mehr herankommen. Vor allem das schnelle Umschalten und das sofortige Nachlegen bei einem Gegentreffer stärkten die Motivation. Ab der 44. Minute kehrte bei einer Sechs-Tore-Führung ein bisschen Entspannung ins Team ein. Am Ende stand ein 35:41 auf der Anzeigetafel. Herford konnte also auch das letzte Saisonspiel noch für sich entscheiden.
Alle Trainer sind unglaublich stolz auf diese Mannschaft, die von Anfang ein Ziel im Blick hatte und dem alles untergeordnet hat. Eine sehr hohe Trainingsbeteiligung, ein großer Kader (Fluch und Segen zugleich), eine sehr unterstützende Elternschaft und eine unglaubliche Leidenschaft für Handball führten zum Erfolg.